Meine letzten 2 Wochen auf Kuba sind angebrochen - und dann...?!?

Die letzten 3 Wochen ist eigentlich nicht viel passiert. Ich war täglich in der Schule, mit Nelson und Freunden unterwegs, war Tanzen und habe fleißig Spanisch gelernt.

 

Auf Kuba ist es heiß und schwül geworden. Der März war noch schön sonnig mit angenehmen Temperaturen – der Mai dagegen ist heiß, schwül und hat auch leider die meisten Regentage. Seit einer Woche hält sich der Regen zwar zurück und es war größtenteils trocken aber ich vermute es wird neuer Regen folgen…

 

Am Muttertag war ich bei Maykels Familie eingeladen. Muttertag wird auf Kuba noch groß zelebriert mit viel Essen, viel Musik und Tanz und natürlich mit jeder Menge Rum J Wir waren etwas müde weil wir die Nacht zuvor wieder auf einer großen Open Air Party waren und der Rum am nächsten Tag hat dann seinen Rest gegeben. Abends war ich völlig im Eimer und ich wollte nur noch schlafen… Aber es war ein schöner Sonntag und ich habe es sehr genossen.

 

Am Montag kommt endlich mein Vater! Ich halte es kaum noch aus und ich bin schon ganz zappelig. Natürlich hole ich ihn am Flughafen ab!

 

Außerdem ist mein Koffer aus Australien bei meiner Mutter in Deutschland angekommen. Es hat tatsächlich geklappt J Auf den Tag genau vor 3 Monaten (15.2.) habe ich ihn verschickt und am (15.5.) kam er an. Haha sehr gut! Ein Teil von mir hätte es also schon mal nachhause geschafft – keine Sorge Mama die andere Hälfte (ICH) ist auch gleich zurück J

 

Ja und dann habe ich heute meinen letzten Schultag! Wahnsinn, da sind 8 Wochen Schule schon wieder vorbei.

Ich habe viel gelernt, hatte eine wunderbare Lehrerin die ich gerne in Erinnerung behalte und ich hatte eine sehr gute Zeit in der Schule. Ich habe wieder unheimlich viele tolle Menschen kennengelernt und Freundschaften geschlossen, mein Salsa Unterricht mit Osmani war fabelhaft, wir hatten so viel Spaß zusammen – er hat mir so viel beigebracht und er ist ein toller Lehrer. Er hat mir gesagt, dass er unheimlich gerne mit mir getanzt hat, sich jedes Mal auf den Unterricht gefreut hat und ich ihn inspiriert hätte – ach ich werde sie alle vermissen und ich bin wirklich traurig, dass meine Zeit hier schon vorbei ist.

 

Die Gefühle fahren wieder Achterbahn und wenn ich abends mal zuhause bin, auf meinem Bett liege, auf die Dächer Havanas hinausschaue, dabei Musik höre und Zeit habe nachzudenken - ja dann sind sie da – die unkontrollierten Gedanken darüber:

 

„was wird passieren wenn ich zurück bin?!“

 

Zurzeit kann ich meine Gedanken nicht ganz ordnen – es sind einfach zu viele, es ist ein großes Durcheinander in meinem Kopf und ich habe kein Plan A oder B für Deutschland!!!

 

Ich weiß für den ein oder anderen muss sich das komisch anhören und ihr denkt wahrscheinlich: komm halt zurück und alles wird so sein wie immer! Aber das wird es nicht - nicht für mich.

 

Ich habe gelernt auf die Signale meines Körpers zu achten und mein Bauchgefühl ist auf dieser Reise mein bester Freund geworden J Was mache ich als nächstes, was tut mir gut, was/wer schadet mir, was will ich, was brauche ich und wer bin ich?

Ja, nein, vielleicht - Nein ganz sicher habe ich 2010 die richtige Entscheidung getroffen! Schon mit der Entscheidung diese Reise anzutreten veränderte ich mich und ich konnte endlich das machen was mir gut tut, was mich interessiert und was mir Spaß macht.

 

Ich habe immer viel Einblick in meinen Reisealltag gegeben - aber selbstverständlich bin ich bei vielen Situationen die ich erfahren habe nicht ins Detail gegangen. Einfach weil sie zu privat waren und oft waren viele Emotionen mit im Spiel. Und genau diese Emotionen musste ich und habe ich auf meine Art bewältigt und verarbeitet.

 

Ich denke viel über meine Reise und über einzelne Tage die mir gut in Erinnerung geblieben sind nach - und immer wieder denke ich viel an die Menschen die mir auf meiner Reise begegnet sind und die mich ein Stück begleitet haben.

Ich habe so viele Menschen auf meiner Reise kennengelernt, dass ich es gar nicht mehr zählen kann aber es gab nur zwei Personen auf meiner Reise für die ich geblieben wäre… Die erste Person lernte ich bereits vor über einem Jahr kennen. Wir waren uns einfach viel zu ähnlich J dadurch konnten wir aber fantastische Gespräche führen. Aus der gleichen Situation heraus haben wir damals Deutschland verlassen, wir haben wirr übers Leben philosophiert, haben bis spät in die Nacht geredet, gelacht und hatten eine wirklich gute Zeit. Es ist schwer so jemanden zu finden.

Die zweite Person für die ich geblieben wäre, hat mich fasziniert weil sie mir gezeigt hat wie entspannt und ausgeglichen ein Mensch sein kann, wenn man mit sich selbst im Reinen ist.

 

Viele Momente wünsche ich mir oft zurück und ganz oft hatte ich den Wunsch: „Jetzt möchte ich die Zeit anhalten.“

 

Ich habe aber auch viel über mich selbst gelernt und ich weiß jetzt wie ich mich selbst am liebsten mag!  Außerdem war es sehr interessant, in der ganzen Zeit von vielen unterschiedlichen Menschen die ich kennen gelernt habe, die sich aber untereinander nicht kannten, zu erfahren, wie ich auf sie wirke. Und es wurde oft das gleiche gesagt: Ich bin eine sehr offene und ehrliche Person, die immer ein ehrliches und offenherziges Lachen auf den Lippen hat, ich bin sehr natürlich, verstelle mich nicht und ich bin absolut keine Tussi J jemand sagte mir, man könne mit mir super viel Spaß haben und im nächsten Moment sehr ernsthafte und gute Gespräche führen (daran erinnere ich mich gerne) jemand anderes sagte mir „you wear your heart on your sleeve“ (Ist eher ein Satz den man häufig in Australien zum Ausdruck bringt.) Und ja, viel zu oft hörte ich, dass ich ein zu großes Herz habe, dass ich oft zu viel an mich heran lasse und manchmal zu viel geben möchte!

Aber alleine zu Reisen, für so eine lange Zeit bedeutet auch, dass man sehr unabhängig wird, man entscheidet nur noch für sich alleine, hat immer seinen Freiraum egal wann, wo und wie – ich kann immer einfach machen was ich will und wozu ich gerade Lust habe. Bedeutet das jetzt also, dass ich dadurch egoistischer geworden bin? Dass es in Zukunft schwerer sein wird Kompromisse einzugehen und sein Leben wieder mit jemandem zu teilen? Wie werde ich damit zurechtkommen meine Freiheit teilweise wieder einzuschränken oder besser formuliert wie kann ich es schaffen mir meine Freiheit zu erhalten – aber beruflich wie privat wieder Fuß zu fassen?

 

Ich weiß nicht was passieren wird wenn ich zurück nach Deutschland gehe aber ich weiß, dass ich ein bisschen Angst davor habe. Angst davor, dass mich die Rückkehr überfordern wird, alle widerzusehen, viele Tränen und Emotionen, viele Fragen beantworten zu müssen und am meisten Angst habe ich vor dem grässlichen Alltag!

 

Ich werde einfach meinen neuen besten Freund befragen…

 

Doch jetzt genug philosophiert! Nach 19 Monaten freue mich so sehr auf meine Familie, meine Freunde und ich freue mich auf einen tollen Sommer 2012 in Deutschland!

 

BIN-GLEICH-ZURUECK! 

Heftiger Regen auf Kuba!

Doch was war Samstag auf Kuba los?!? Der Himmel weinte und das ziemlich heftig. Wir hatten heftige Niederschläge, den ganzen Tag. Die Straßen verwandelten sich in reißende Flüsse und man wurde fast mit gespült wenn man nicht aufpasste. Was ein trister Tag auf Kuba. Ich kaufte nur schnell was ein und zog mich zurück in meine Wohnung. Bei diesem Wetter wäre noch nicht mal ein Hund vor die Tür gegangen.

16.04. - 22.04.2012

Es ist schon wieder Sonntagmorgen und die Woche verging wieder viel zu schnell!

 

Die Woche waren wir wieder am Strand und Freitagabend stand wieder „casa de la musica“ auf dem Programm. Der beste Tag der Woche J

 

SALSA bis zum Umfallen, haha J Mit der Schule gehen wir immer zur frühen Session. Diese beginnt um 18Uhr und geht bis 21Uhr. Jede Woche spielen verschiedene Livebands. Um 21Uhr endet die erste Session und das „casa de la musica“ schließt für 2 Std. Danach beginnt die späte Session. Diese geht von 23Uhr bis 3Uhr.

 

An diesem Freitag waren wir alle in bester Stimmung! Nach der ersten Session und 3 Stunden Salsa, stärkten wir uns erst mal mit einem späten Abendessen. Um 23Uhr machten wir uns dann wieder auf den Weg zurück zum „casa de la musica“ denn dann stand Reggaeton auf dem Programm. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen J

 

Reggaeton ist meine neue Lieblingsmusik zum Abtanzen J tolle Beats, tolle Moves und Live unschlagbar! Tolle Nacht!!!!

 

Überhaupt ist die Musik hier etwas besonderes, denn hier wird die Musik nicht vom Band gespielt – hier ist alles noch Live. Die beste Musik mit Sängern, Trompete, Saxophon, Tamboras etc. Unschlagbar!

 

Dann musste ich diese Woche mein Visum verlängern lassen. Bei Einreise in Kuba bekam ich ein Visum für 30 Tage. Das kann man dann ohne Probleme vor Ort in der Immigration um weitere 30 Tage verlängern lassen. In 4 Wochen muss ich dann noch mal hin, weil ich noch 2 Wochen Urlaub mit meinem Vater dranhänge.

Jaaaaaa mein Daddy kommt mich wieder besuchen J Gott, ich bin jetzt schon ganz kribbelig!!! Ich erinnere mich noch genau an meinen Blogeintrag vor etwa genau einem Jahr. Mein Vater und meine beiden Brüder besuchten mich letztes Jahr auf Bali und wir verbrachten 10 Tage zusammen. Am 27.05.2011 verabschiedeten sie mich dann am Flughafen in Denpasar und ich führte meine Reise fort - Ich flog nach Australien. Und das soll schon 1 Jahr her sein?! Unfassbar! Und jetzt sind es nur noch 3 Wochen dann ist er wieder bei mir. Ich freue mich so sehr, bin aber mit meinen Gefühlen sehr hin und her gerissen. Eine Hälfte wünscht sich nichts sehnlicher als das jetzt schon der 21.5. ist und ich ihn in meine Arme schließen kann… – doch die andere Hälfte sträubt sich ein bisschen davor weil das auch das Ende meiner Reise bedeutet…

09.04. - 15.04.2012

Meine 3. Woche war angebrochen – Wahnsinn, mir geht das alles irgendwie zu schnell… Meinen Fuß habe ich weiterhin geschont und meine Wege wieder nur auf´s nötigste reduziert. Nelson ist mir weiterhin eine große Hilfe und wir sehen uns regelmäßig.

 

Trotzdem war ich die Woche unterwegs, kann ja nicht die ganze Zeit zuhause sitzen. Schließlich bin ich auf Kuba!

 

Zu Maykel, meinem Tanz Lehrer, konnte ich ein bisschen mehr Kontakt knüpfen. Am Freitag waren wir wieder im „casa de la musica“ diesmal aber in Miramar. Es ist um einiges kleiner als das in Havana aber trotzdem gut zum Tanzen. Tanzen ging auch schon viel besser und mein Fuß tat am nächsten Tag zum Glück nicht mehr weh.

 

Maykel lud mich für Samstag auf eine Fiesta in Marianao ein. Wir, ein paar seiner Freunde waren noch dabei, gingen in´s Benny Moré. Eine riesige Open Air Disco. Für Kubaner kostet es nur 1CUC, für Touris 5CUC. Er hatte bezahlt, damit ich ebenfalls für 1CUC reinkommen kann… Pahhh aber nix da, Touris zahlen 5CUC – basta! Keine Chance.

 

Gut also noch schnell nachgezahlt und dann startete die Paaaaaaaaaaaaaarty! Reggaeton und Salsa vom allerfeinsten und um 24Uhr spielte dann noch eine Kubanische Liveband „Havana Primera“

 

Es hat wirklich Spaß gemacht und es war für mich sehr angenehm, denn wenn ich mit ihnen zusammen unterwegs bin und gesehen werde, dann wird man wenigstens von irgendwelchen Anmachen verschont und Maykel kann ich vertrauen – er arbeitet schon seit 7 Jahren für Sprachcaffe. (Das ist die Schule die ich besuche)

 

Am Sonntag stand dann ganz groß „Faulenzen“ auf der Tagesordnung J Morgen beginnt meine 4. Woche – d.h. Halbzeit L

06.04. - 09.04.2012

Mein 3. Wochenende stand vor der Tür und mein linker Fuß war immer noch nicht ganz okay! Aber es war wieder Freitag und ein 2. Mal „casa de la musica“ ausfallen lassen – auf keinen Fall!!! Sergio überredete mich zumindest für einen Mojito, oder auch zwei oder drei, mitzugehen. NA GUT! J

 

„Casa de la Musica“ ist die Adresse auf ganz Cuba zum Salsatanzen. Es gibt zwei „Casa de la Musica“ in Havana, in Trinidad, in Santiago de Cuba etc etc.

 

Ich konnte es kaum erwarten und schon am Eingang konnten wir nicht mehr still halten – die Musik ist einfach toll! Mit der Schule ins „casa de la musica“ zu gehen ist sehr angenehm, denn uns begleiten die Salsa Lehrer aus der Schule – so haben wir die Chance mit ihnen zu tanzen und dabei noch was zu lernen. Außerdem wird man von den Kubanern nicht so sehr angemacht. Am Anfang wollen sie immer nur alle tanzen, was ja okay ist (dafür geht man ja Salsa Tanzen) aber am Ende probieren es ja doch immer alle und graben was das Zeug hält J Trotzdem, tanzen können sie alle wie Götter, da muss man schon aufpassen nicht drauf rein zu fallen J

 

Mojito eins, zwei und drei wurden erfüllt ABER auch dem Salsa, wie sollte es anders sein, konnte ich natürlich nicht widerstehen! Maykel, mein Tanzlehrer zog mich auf die Tanzfläche und dann waren alle Schmerzen vergessen…

 

…bis zum nächsten Morgen! Mein linker Fuß dankte mir für die nächtliche Tanzeinlage mit höllischen Schmerzen. Mein Fuß war wieder dick und geschwollen. So ein Mist! Das muss doch jetzt irgendwann mal besser werden.

 

Ich also wieder in die Apotheke – laufen ging gerade so – und Iboprofen Tabletten besorgt. Die haben zum Glück sofort angeschlagen und die Schwellung ist in der gleichen Nacht noch zurück gegangen. Jetzt dauert es aber wieder mehrere Tage bis es komplett abgeheilt ist!

 

Trotz der ganzen Schmerzen brachte mir die Woche auch noch „jemanden“ gutes nach Havana J Auf meiner Homepage habe ich ja vor kurzem mein Experiment gestartet und daraufhin hat mir Jolanda, 29, aus der Schweiz das erste Mal geschrieben. Sie hat meinen Blog schon länger verfolgt und mir auf mein Experiment geantwortet. Sie ist früher schon ein paar Mal für längere Zeit gereist. Doch dieses Mal hat sie, wie ich, alles aufgegeben, ihre sieben Sachen gepackt und sich auf den Weg einmal um die Welt gemacht. Ihr erster Stopp HAVANA! Ich hatte ihr vorher meine kubanische Nummer geschickt und sie meldete sich bei mir als sie ankam J Wir verbrachten 3 Tage zusammen und hatten eine Menge zu erzählen. Sie wird in 4 Wochen durch Kuba reisen und hat so lange ein paar Sachen bei mir eingelagert. Anfang Mai sehen wir uns also wieder!

01.04. - 06.04.2012

Die Woche hatte ja leider nicht so gut für mich begonnen. Meine Füße waren immer noch sehr schmerzhaft und ich konnte kaum laufen. Trotzdem schleppte ich mich irgendwie in die Schule – ich durfte jetzt nicht zu viel verpassen, gerade am Anfang. Obwohl ich schon meinen täglichen Weg nur auf´s nötigste beschränkte, dauerte es die ganze Woche bis sich meine Füße einigermaßen wieder erholt hatten. Ich kann euch sagen, dass ist so was von deprimierend!!! Alles ging nur sehr langsam, jeder Schritt war schmerzhaft und ich wollte diese Woche doch unbedingt mit zur „Casa de la musica“ L

 

Aber die Woche brachte auch wieder neue Gesichter J es war Montag und das heißt Anreisetag für neue Studenten. Einen Matthias habe ich hier ja schon kennengelernt – jetzt kam der Zweite J Wieso ich von ihm erzähle? – Weil wir in Deutschland sozusagen fast Nachbarn waren. Er wohnt in Dreieich-Götzenhain, nur ein Ort weiter von Dreieich und Langen wo ich die letzten Jahre gewohnt habe. Natürlich gab es da wieder einiges zu erzählen. Kennst du das, dies und jenes?!? Sehr lustig! Er tanzt seit 7 Jahren Salsa und wie sollte es anders sein?! – Natürlich werden wir ab Juni gemeinsam das Tanzbein schwingen gehen J Er kennt ALLE angesagten Salsaclubs in Darmstadt und Frankfurt – geht es noch besser? Ich freu mich jetzt schon drauf!

 

Ansonsten hat es Nelson, glaube ich, zu seiner Hauptaufgabe gemacht sich um mich zu kümmern, haha! Wir sehen uns fast jeden Tag, auch wenn nur manchmal ganz kurz, aber jedes Mal hat er irgendwelche anderen Leckereien für mich dabei. Dabei war ich doch froh, die paar Kilos von Neuseeland wieder runter zu kriegen… Mal sehen ob das noch was wird :o)

27.03. - 01.04.2012 Die erste Woche ist rum!

Die Woche verlief so weit ganz gut. Die Schule macht Spaß, ist anspruchsvoll aber der Unterricht bringt mir auf jeden Fall sehr viel. Die Lehrer sind alles Kubaner/innen so dass der ganze Unterricht auf Spanisch gehalten wird, sie sprechen aber auch alle ein sehr gutes Englisch. Was gut ist wenn Fragen unsererseits aufkommen. Ich bin froh über den Mix den ich jetzt habe: Ich spreche deutsch, habe aber das letzte Jahr ausschließlich englisch gesprochen u. dazugelernt, jetzt lerne ich spanisch mit englischer Erklärung, kann mich aber mit den anderen Deutschen kurzschließen. Wunderbar, so lerne ich es aus versch. Perspektiven - alles richtig gemacht! Außerdem bin ich froh engen Kontakt zu Nelson, Marlen, Pepe und seiner Frau zu haben. So höre und lerne ich zusätzlich das richtige kubanisch Spanisch. Sie helfen mir, korrigieren mich und ich kriege die alltäglichen Dinge mit.

 

Am Dienstagabend wurde in Havana schon mächtig vorbereitet. Straßen wurden gesperrt und überall sah man vermehrt Polizei. Und wieso?!?

 

Richtig, der Papst kam zu Besuch J

 

Mittwochmorgen hieß es dann: „Land unter“ - nichts ging mehr. Auch wenn alles gesperrt war, die Schule fand trotzdem statt. Ich war hin- und her gerissen ob ich zum Papst oder in die Schule fahren sollte?!? Doch Nelson war schneller. Er stand wieder pünktlich vor meiner Tür und hatte einen Freund gebeten mich in die Schule zu fahren. Hmmm… was hätte ich sagen sollen! Ich dachte wenn sie merken, dass eh alles gesperrt ist würden sie umkehren J ABER Nelson´s Freund fand einen Weg und setzte mich pünktlich an der Schule ab J Ich rief Matthias noch mal an und fragte ihn ob er zum Papst gehen würde und er sagte mir, dass man nicht viel sehen würde weil die vorderen Plätze alle für bestimmte Leute reserviert sind und man könne den Papst nur kurz auf der Straße sehen wenn er mit dem Auto vorbeifährt! Hmmm, na gut also ging ich in die Schule. Ich schaute mir das Spektakel abends in den Nachrichten an. War auch okay! Die Stimmung hätte ich zwar schon gerne mal erlebt – aber im Endeffekt weiß ich ja schon, dass ich mit meinem Leben gesegnet wurde und das es mir gut geht mit dem was ich habe! J

 

Nach der Schule ging es mit ein paar anderen aus der Schule an den Strand! Der Strand ist wunderschön, kilometerlang, sauber und das Meer hat mal wieder Badewannentemperatur. Egal, wir konnten ein bisschen Sonne tanken und faulenzen.

 

In unserer Schule werden auch Salsatanzkurse angeboten. Eigentlich hatte ich mich die ganze Zeit dagegen gesträubt einen Kurs in der Schule zu machen weil es mit 16CUC doch sehr teuer ist. In der Stadt bei einer lokalen Tanzschule zahlt man nur 6-8CUC. Dann fragte mich Sergio ein drittes Mal und auch die anderen Mädels hatten sich eingetragen. Na gut, dachte ich, ausprobieren schadet ja nicht! Allerdings trug ich FlipFlops, mit denen ich auf keinen Fall tanzen konnte. Also tanzte ich Barfuß… Ja ja, was jetzt kommt könnt ihr euch ja sicher denken!!!

 

Ich habe riesen Blasen an meinen Füßen bekommen. Zuerst dachte ich, ist ja nicht schlimm, einfach aufschneiden, Pflaster drauf und dann ist es in 2 Tagen abgeheilt. Von wegen! Beide Füße haben sich so sehr entzündet, dass ich seit 3 Tagen nicht mehr laufen kann, ich konnte am Freitag nicht in die Schule und liege seit Donnerstagabend in meinem Bett. Zum Kotzen - gerade jetzt und dann lag ich ja letzten Sonntag schon flach weil ich dieses blöde Chicken gegessen habe. Also war auch dieses Wochenende wieder für den Ar…!

 

Aber glaubt mir ich kann gar nicht in Worte fassen wie Dankbar ich dafür bin, dass ich jetzt Nelson, Pepe und seine Frau um mich habe. Sie sind großartig! Pepe´s Frau kümmert sich den ganzen Tag um mich, kocht mir essen, macht mir kalte Wickel, sie haben die Medikamente besorgt, einen Arzt geholt (ein Freund von ihnen), Nelson hat für mich eingekauft, mir heute Pizza, Eis und Cookies gebracht und er schaut regelmäßig nach mir. Jaaaaa so schlimm hat es mich erwischt! So was blödes ist mir auf meiner ganzen Reise nicht passiert. Das letzte Mal das es mir so schlecht ging war vor über einem Jahr als ich von Delhi nach Bangkok geflogen bin.

 

Aber dank der vielen Hilfe geht es mir hoffentlich schon bald besser!

 

Ich nutze die Zeit und lerne Spanisch, schreibe mein Tagebuch, höre Musik und unterhalte mich mit Pepe´s Frau. Ihr werdet es schon gemerkt haben, ich habe ihren Namen vergessen – so peinlich! Ich bin ganz schlecht in Namen merken, jetzt hab ich den Salat. Hätte ich am Anfang mal besser zugehört. Naja ich finde ihn sicher noch heraus.

 

Trotz alle dem war es soooooooooooooo gut mal wieder Salsa zu tanzen. 2 Stunden Salsa mit einem Cubaner der, wie soll ich sagen, es einfach im Blut hat! Einfacher wie hier kann man Salsa gar nicht lernen. Ein Paradies J So bald ich wieder laufen kann, mach ich weiter, haha!

26.03.2012 Die Schule hat begonnen :o)

Ja ja, heute hieß es also früh Aufstehen - aber nein, diesmal musste ich nicht zum Flughafen um schon wieder den nächsten Flieger zu bekommen – Nein, endlich hieß es mal wieder: „Köpfchen anstrengen“ *ring, ring* Die Schule hat begonnen J

 

Nelson hat mich an meinem ersten Tag begleitet damit ich nicht verloren gehe und war pünktlich um 07:30Uhr vor meiner Tür. Er ist einfach zu gut! Er zeigte mir wie das mit den Macinas funktioniert.

 

Auf Cuba gibt es nämlich folgende öffentliche Verkehrsmittel: Taxi, Bus und die sogenannten Macinas. Für die Cubaner sind die Macinas das beliebteste Fortbewegungsmittel – und zwar handelt es sich um die 50er Jahre alten Autos die auch auf allen Fotos wiederzufinden sind. Sie werden hier ebenfalls als eine Art Taxi benutzt. Die Macinas fahren, in Havana und um Havana, eine bestimmte Route ab wo man dazu steigen kann. Ich stelle mich also einfach an den Straßenrand, strecke meine Hand heraus, winke und wenn einer anhält frage ich ob er nach Miramar; 3-ra y 32 (tres-ra y treinta y dos) fährt und mich dort rauschmeißen kann J klingt ein bisschen so als bräuchte man Glück aber da es hier etliche dieser Fahrzeuge gibt findet man innerhalb weniger Minuten jemanden der einen mitnimmt. Es ist also eine Art per Anhalter zu fahren, nur eben legal. Man zahlt innerhalb Havanas, egal für welche Strecke, 10Cuban Pesos. Das sind etwa 0,40cent. Nach Miramar, wo ich hin muss, sind es 20Cuban Pesos. Noch günstiger ist der Bus, allerdings ist der immer überfüllt und leider sind die Cubaner sehr professionell im Taschenklau. Mir wurde daher davon abgeraten!

 

Zuerst gab es in der Schule eine kleine Rundführung und pünktlich um 08:30Uhr haben wir mit dem Unterricht begonnen. Es ging gleich richtig los! Aber es klappte gut und ich konnte gut folgen. Natürlich fand ich in der Schule direkt Anschluss und es sind einige Deutsche hier. Ich bin zwar die einzige die nicht in der Nähe der Schule wohnt aber das macht nix. Die meisten bleiben max. 3 Wochen und reisen dann eh wieder ab – es ist also ein ständiges Kommen und Gehen. Das jemand wie ich 8 Wochen bucht kommt hin und wieder vor, ist aber eher die Seltenheit.

 

Die Schule bietet jeden Tag, nach dem Unterricht, verschiedene freiwillige Ausflüge an um Havana kennenzulernen. Heute gab es eine 2Stündige Stadtführung durch Havana mit anschließendem Abendessen. Nelson hatte mir zwar schon fast alles gezeigt und ich kannte die Plätze in Havana aber ich wollte auch alle anderen in der Schule kennenlernen also schloss ich mich der Gruppe an.

 

Wir hatten einen tollen ersten Tag und einen lustigen Abend mit leckerem Mojito J

 

Wir erreichten Havana kurz vor Sonnenuntergang. Es war noch warm doch gegen Abend geht immer ein angenehm kühler Wind – aber nicht zu kalt - eben genau richtig um durch old Havana zu schlendern und um diese tollen alten Häuser im Sonnenuntergang zu besichtigen. Das Altstadtviertel Havana Vieja, das 1982 wegen seiner kolonialen Bauwerke unterschiedlicher Stilrichtungen von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, muss man unbedingt gesehen haben. Old Havana bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Aber bei Nacht ist Havana noch reizvoller als bei Tag. Die Stadt erleuchtete in einem tollen Licht, überall trafen wir Cubaner auf der Straße, das Leben findet hier draußen statt, alles wirkte entspannt und dann diese Musik!!! Ich kann einfach nicht genug davon kriegen J

 

Doch der erste Tag war lang und schließlich habe ich noch 8 Wochen vor mir – ich bleibe also auch völlig entspannt! Um 23:00Uhr fiel ich, mit tausenden neuer Eindrücke, erschöpft ins Bett…

25.03.2012 erstes Wochenende und ich lag flach!!!

Mein erster Sonntag auf Cuba, es war wieder strahlender Sonnenschein. Matthias und seine Freunde gingen zum Strand und luden mich auch ein – doch ich lag flach! Ich hatte am Abend davor ein Hühnchen gegessen das ich mir in einem kleinen Shop in meiner Straße gekauft habe. Wahrscheinlich war das nicht mehr gut oder hat schon zu lange gelegen. Denn ansonsten hatte ich nicht viel zu mir genommen.

 

Auf jeden Fall musste ich gezwungenermaßen den ganzen Tag zuhause verbringen. Ich war einfach zu schwach um Aufzustehen… dazu fühlte ich mich noch fiebrig. Als es mir aber am Abend ein bisschen besser ging rief ich Nelson noch mal an und fragte ob ich zu ihnen rüber kommen könnte. Ich musste noch mal ein bisschen laufen und an die frische Luft. Natürlich ging das klar und von Marlen, seiner Frau, bekam ich dann noch Medizin. Marlen´s Cousin, Joel, war auch da. Er spricht ein sehr gutes Englisch und so unterhielten wir uns eine Weile bis ich vor Erschöpfung fast einschlief J

 

Nelson brachte mich dann nachhause. Aber nächstes Wochenende bin ich ganz sicher am Strand wiederzufinden J

 

Überhaupt wird die Woche sehr spannend: Die Schule beginnt und am Mittwoch ist der Papst in Havana.

24.03.2012 Die Zeit ist wirklich stehen geblieben...

Ich wollte es ja nicht glauben aber ja in Cuba ist ganz sicher die Zeit stehen geblieben. Tausende dieser tollen alten Autos fahren hier durch die Straßen, die Häuser sehen aus wie damals, nur wenige Häuser wurden erneuert oder repariert, aus jedem 2. Haus, in der Stadt, in den kleinen Shops, in jedem Auto – einfach überall hört man Salsa Musik und man möchte einfach ständig tanzen J Wieso haben wir das nicht in Deutschland?! Jeder lebt so isoliert in seiner eigenen Wohnung und macht sein Ding. Hier kennt noch jeder jeden, es wird noch auf dem Markt eingekauft, es gibt kein Shoppingcenter, es gibt keine Klingeln am Haus (man schreit einfach den Namen) oder die Türen stehen offen, zum Telefonieren muss man sich noch verabreden oder man ruft von öffentlichen Telefonen an und Internet ist hier eine Rarität.

 

Cuba gilt als ein sehr sicheres Land, auch für Frauen. Es gibt so gut wie nie Überfälle und kein Waffenbesitz. Der Grund dafür ist auch, dass in Cuba sehr viel Polizei unterwegs ist. Trotzdem, wenn ich alleine unterwegs bin schauen mich alle an und die Männer pfeifen aber bis jetzt kam noch nie jemand zu nah. Sie halten Abstand und belästigen dich nicht. Ich hoffe in ein paar Tagen kennen die mich hier in Vedado und es wird ein bisschen entspannter.

 

In Cuba ist es auch sehr schwierig eine Handykarte zu bekommen. Von der Regierung wird nur eine Handykarte pro Person erlaubt und die Handykarten sind immer nur so lange gültig wie dein Visum, damit man sie nicht an 2. weiterverkaufen kann. Eine Handykarte kostet stolze 30,00CUC + 10,00CUC Guthaben. Für cubanische Verhältnisse sehr teuer. Außerdem wird bei Einreise gecheckt, dass du nur ein Laptop mit ins Land bringst. Denn auch hier ist immer nur ein Laptop pro Person erlaubt. Nelson wird in den nächsten Tagen versuchen mir eine Handykarte zu besorgen.

23.03.2012 Neu, neu alles neu fuer mich!

Am nächsten Tag fuhren Nelson und ich zu meiner Schule damit ich den Weg kennenlernte. Die Schule liegt im nächsten Stadtteil Miramar. Als wir dort ankamen und ich mich kurz vorstellte war Sergio mein Name bereits bekannt. Keiner hat bis jetzt einen Sprachkurs ohne Unterkunft gebucht. Da bin ich wohl die Erste J Danach fuhren wir ins Krankenhaus, Nelson musste irgendwelche Ergebnisse abholen. Er scheint aber top fit zu sein J Weiter ging es wieder an die Plaza de Vieja wo wir das „Havana Club“ Museum besuchten und selbstverständlich selbst einen Rum probierten. Nach dem Besuch schlenderten wir die Plaza de Vieja entlang und landeten in einer Bar wo es den besten Pina Colada gibt. Wir gönnten uns einen, nein zwei und danach machten wir uns auf den Heimweg.

 

Später am Abend brachte mich Nelson zu Jamilla und ihrem Mann und hier fand ich meine deutsche Unterstützung – Matthias J Jamilla und ihr Mann, ebenfalls Freunde von Nelson, vermieten auch eine kleine Wohnung an Touristen und Studenten. Matthias macht ein Auslandssemester und ist für 6 Monate auf Kuba. Seine Wohnung ist genau um die Ecke von meiner. Nichtsahnend gingen wir also zu Jamilla und Nelson fragte ob Matthias zuhause sei? Wir gingen zu seiner Wohnung rauf und er war gerade am Kochen als Nelson ihn überfiel J Nelson erklärte Matthias die Situation und das ich gerade erst angekommen sei, ich noch nicht so gut Spanisch sprechen würde und ob er mir nicht ein wenig die Gegend zeigen könnte. Matthias war sofort einverstanden – Nelson verabschiedete sich und da stand ich dann. Etwas verdutzt und nichts wissend, haha!

 

Wir stellten uns einander vor, aßen zusammen und dann war ich froh, dass ich ihn kennengelernt habe.

 

Matthias ist jetzt schon 6 Wochen in Havana und hat schon mehrere Leute aus den versch. Unis kennengelernt. Am gleichen Abend war an einer der Unis ein Festival der Designstudenten. Er nahm mich mit und ich lernte seine Freunde kennen. Die meisten sind aus den USA und sprechen zum Glück Englisch, das machte es ein bisschen einfacher. Es war schließlich erst mein 2. Tag und die Schule hatte noch nicht angefangen – wie hätte ich mich also auf Spanisch unterhalten sollen?! Später machten wir uns auf den Weg zur Party. Die Party war im Innenhof der Uni, unter freiem Himmel. Zurzeit ist es in Cuba angenehme 25 – 30Grad – also perfekt um unter den Sternen zu Feiern.

 

Die Stimmung war grandios und natürlich spielten sie Salsa, Bachata, Reggaeton und und und!!! Wooooohoooooo, genau das hatte ich mir gewünscht. 3 Stunden haben wir durchgetanzt! Das hätte ich jetzt bitte jeden Abend! Haha J

22.03.2012 Ankunft auf Kuba

Hier beginnt also meine aufregende Geschichte auf Kuba.

 

Von Mexico City, wo ich 1 Nacht einen Zwischenstopp hatte, ging es nach Kuba – Havana. Ich war schon ganz gespannt ob alles klappen sollte und Nelson wirklich da sein würde um mich abzuholen.

 

Aber vielleicht sollte ich noch mal kurz die Vorgeschichte erzählen:

 

Als ich entschied nach Kuba zu gehen und das meiner Familie mitteilte, erzählte mir mein Vater, dass einer seiner Freunde, Matt, eine enge Verbindung zu Kuba hätte weil seine Freundin Kubanerin ist und hier lebt. Mein Vater sprach also mit Matt ob er nicht etwas für mich machen könnte. Mein Vater teilte mir dann Matt´s Kontaktdaten mit und ich setzte mich zuvor mit ihm in Verbindung. Matt sprach mit all seinen Freunden hier in Kuba und teilte ihnen mit das ich anreisen würde und ob sie sich nicht ein bisschen um mich kümmern könnten. Ich war anfangs ein bisschen skeptisch ob das auch alles so funktionieren würde – aber ich wurde eines besseren belehrt.

 

Meine zwei wichtigsten Personen hier vor Ort, Nelson und Marlen - sie haben mir das Appartement in Vedado besorgt, dass nur 2min. von ihrem eigenen Haus entfernt ist. Nelson ist wunderbar. Er ist höflich, zuvorkommend und nimmt sich sehr viel Zeit für mich. Durch Nelson habe ich schon viele seiner Freunde kennengelernt. Da wäre Julio, Javier, Alex, hier und da jemand von irgendwelchen kleinen Shops, Nachbarn und etliche Leute in Vedado. Nelson kennt hier fast jeden. Und es ist sicher nicht schlecht wenn man mich hier und da mit ihm sieht.

 

Dann gibt es noch Oskar, ein deutschsprachiger Guide hier in Havana. Auch ein Freund von Matt – allerdings lerne ich ihn etwas später kennen weil er noch vereist ist.

 

Okay wieder zurück zu meiner Anreise. Ich bin also in Havana gelandet und wartete am Zoll, dass man meinen Pass kontrolliert. Ich sah den Zollmann schon durch die Reihen laufen wie er Stichproben machte. Und natürlich pickten sie mich auch heraus.

 

Sie fragten die normalen Sachen. Wie lange bleibst du, was machst du in Kuba? Etc etc.

 

Ich erzählte ihnen natürlich die Wahrheit und das Gespräch war etwa so:

 

Zollmann: Wie lange bleibst du in Kuba?

Ich: Für 2 Monate!

Zollmann: ???Aha 2 Tage.

Ich: Nein, 2 Monate!

Zollmann: (er guckte meinen Pass durch)

Zollmann: Okay, also 2 Wochen Urlaub?

Ich: Nein, 2 Monate. Ich werde eine Sprachschule in Miramar besuchen.

Zollmann: Okay, komm mal mit. Wir gehen mal darüber.

Ich: War ja klar! (Habe ich mir natürlich nur gedacht)

 

Dann wollte er alles ganz genau wissen. Wie lange bleibst du? Wo wirst du wohnen? Wie heißt deine Schule, wo befindet sich deine Schule? Adresse, Telefonnummer – einfach alles! Kuba Visum, Reisepass etc.

 

Also habe ich ihm alles in Ruhe erklärt. Ich werde eine Sprachschule in Miramar besuchen. Wohnen werde ich in Vedado und dass es Freunde von mir sind – die Adresse hatte ich mir vorher notiert. Er wollte aber auch die volle Anschrift von der Schule! Ich kramte mein iPod heraus und hoffte, dass ich ohne Internet die Mail aufrufen konnte. Bitte, bitte, bitte – und dann ging es. Ich fand die entsprechende Mail und öffnete die pdf Datei mit der Adresse. Ein weiteres Mal hat mich die Erfindung „iPod“ überzeugt. Tolles kleines Ding und für alles zu Gebrauchen. Egal, langsam verstand er und war zufrieden. Kommt wohl nicht allzu oft vor, dass ein europäisch aussehendes Mädel für 2 Monate in Kuba bleibt J

 

Zwischendurch kam noch sein Kollege dazu.

Kollege: De dónde eres tu?

Ich: Yo soy de Alemania!!!! (so viel habe ich schon mal verstanden)

Kollege: pretty, pretty german girl!

Ich: oh je das fängt ja gut an….

 

Herzlich Willkommen auf Kuba Anna-Lena! J

 

Dann hat aber alles geklappt. Ich kam durch den Zoll, Gepäck war da und ich lief durch´s Gate. Ich konnte Nelson erst nicht entdecken und ging erst mal zum nächsten Geldautomaten.

Oh das hatte ich vergessen. Der Zollmann fragte mich zuvor noch wie viel Geld ich dabei hätte? Ich sagte: „Bis jetzt nichts“ Er schaute mich etwas missmutig an – ich sagte nur ich reise um die Welt und habe so meine Vorgehensweise wie ich das mit dem Geld handhabe und das ich nie die Währung vom vorherigen Land mit ins neue Land nehme. Als er nicht verstand, sagte ich nur, er müsse meinen Ablauf nicht verstehen, zeigte ihm meine leere Geldbörse und er war zufrieden.

 

Das tat ich natürlich mit einem kleinen Zwinkern J

 

Als ich meine ersten Pesos in der Tasche hatte und mich erneut nach Nelson umsah – hielten zwei, direkt vor mir, ein Schild mit meinem Namen nach oben. Yeah!!!! Er und Julio waren da. Gott war ich froh ihn zu sehen. Die erste Hürde war also geschafft, puhhh!

 

Dann ging es mit dem Auto nach Vedado wo meine zukünftige Unterkunft liegt. Ich staunte nicht schlecht, da haben sich die Herren aber mächtig ins Zeug gelegt. Ich habe mein eigenes Appartement im cubanischen Style in einem alten cubanischen Haus. Natürlich kein europäischer Standard aber dafür hat es sehr viel Charme und mir gefällt´s. Es gibt einen Wohnbereich mit integrierter kleiner Küche, Bad mit Dusche (der Strahl lässt zu wünschen übrig und auf das warme Wasser ist auch nicht immer Verlass ABER es ist okay), Schlafzimmer mit Klimaanlage, Kleiderschrank und Schminktisch J sowie einem Balkon mit einer Aussicht über Vedado, Havana und bis zum Meer. Ich war völlig platt – das hatte ich nicht erwartet! Und das Ganze für umgerechnet 12,00€ pro Tag.

 

Eine Verschnaufpause wurde mir aber nur kurz gegönnt. Schnell wurde mir das Appartement gezeigt, wir haben Schlüsselübergabe gemacht und dann ging es auch schon wieder weiter. Übrigens wohne ich in einer legalen Wohnung! Es gibt hier nämlich ganz viele Cubaner die das illegal machen und dafür können die Touristen, meist unwissend, ziemlich belangt werden. Also jeder der mal nach Kuba reisen möchte und bei einer Familie unterkommen will, sollte unbedingt darauf achten, dass die Familie einen anmeldet. Pepe hat hierfür nur mein Visum gebraucht und hat meine Daten aufgenommen. Einen Vertrag habe ich auch unterschrieben. Ich zahle jetzt 500,00CUC was zurzeit etwa 380,00€ sind. Für die Kubaner ist das hier ein Vermögen, aber auf jeden Fall ein normaler Preis der hier vor Ort für ein eigenes Appartement gezahlt werden muss. Hätte ich eine Unterkunft über die Schule gebucht hätte ich das Doppelte oder mehr bezahlt. Kommt man irgendwo illegal unter wollen die Familien zwischen 50,00 – 150,00CUC. Daran kann man auch ganz schnell den Unterschied zwischen legal und illegal erkennen.

 

Julio verabschiedete sich und ich brach mit Nelson auf. Wir fuhren in die Stadt, zur Plaza de Vieja, den Malecon entlang und er erklärte mir alles. Wir waren mit Alex, einem Freund, ein Bier trinken und waren zusammen Abendessen. Er zeigte mir einen kleinen Geheimtipp an der Plaza de Vieja.

 

Ich war völlig platt von den vielen neuen Eindrücken, der Sprache, die Leute, die Stadt – einfach alles. Ich war erstaunt wie viel ich verstand obwohl ich so gut wie gar keine Spanisch Kenntnisse habe. Die ersten Tage sprachen wir ein Mix aus Englisch und Spanisch – das ging ganz gut und ich habe immer verstanden was er mir erzählte und erklärte. Natürlich sprach er langsam und sehr deutlich.

 

Der erste Tag ging zu Ende und ich schlief tief und fest bis zum naechsten Morgen!

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